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Älter werden macht Spaß

Unser Leben hat sich gerade in der letzten Zeit rasant geändert. Technik und Fortschritt haben uns viele Annehmlichkeiten gebracht. Und trotz all des Fortschrittes ist es für mich sehr wichtig, so lange wie möglich seine körperliche und geistige Leistungsfähigkeit zu erhalten. Jeder kennt den Spruch: „Wer rastet der rostet!“

Die geistigen und körperlichen Funktionsfähigkeiten sind keinesfalls an ein chronologisches Alter gebunden. Vielmehr ist sie von biologischen und sozialen Faktoren, die während eines ganzen Leben auf einen einwirken, mitbestimmend. Hier werden Schulbildung, berufliches Training, Interessen, Lebensstil und Reaktionen auf Belastungen ausschlaggebend. Die Anzahl der Lebensjahre allein sagt nicht viel aus.

Ein Umdenken im Freizeit- und Gesundheitsbereich ist erforderlich. Der Prävention ist heute ein viel größerer Stellenwert eingeräumt. Jeder ist gefordert etwas Gutes für sich zu tun. Auch gerade in den Bereichen, für welche die Krankenkasse nicht zuständig ist. Es geht nicht nur um bezahlte Vorsorgeleistungen und bezahlte Medikamente, sondern viel mehr um gesunde Verhaltensweisen und einen gesunden Lebensstil. Eigenverantwortung in Bezug auf ausgewogene Ernährung, ein gesundes Maß an körperlicher Bewegung und die dazu gehörige Entspannung steht im Vordergrund. Die Gesunderhaltung ist unser wichtigstes Gut. Sind wir erst einmal krank, kann in vielen Fällen nur repariert werden. Hier habe ich den Eindruck, dass das einigen von uns noch nicht verstanden haben. Trotz unseres Gesundheitssystem, welches zu den Besten der Welt zählt, sind die Möglichkeiten in der Heilung begrenzt. Ein Ersatzteil mag ein Auto wie Neu erscheinen lassen, doch leider nicht den Menschen.

Älter werden macht mit Gesundheit und Kompetenz für sich zu entscheiden und zu handeln viel mehr Spaß und es ist die beste Voraussetzung sein Leben so lange wie möglich selbst zu gestalten.

Meine älteste Sport-Teilnehmerin ist 86 Jahre alt!!! Sie kann aber nur in den Ferienzeiten ihres Vereins zu unserer Walking-Gruppe kommen, da sie sonst andere Kurse besucht – und zwar täglich. Sie sieht aus wie 65 und geht wacker im Mittelfeld. Während des Gehens erzählte sie, sie habe mit dem Sport erst mit Ende 50 begonnen. Seitdem absolviert sie jedes Jahr erfolgreich ihr Sportabzeichen. Für mich ist sie mein größtes Vorbild. Außerdem ist es ein guter Beweis, dass es für einen Anfang nie zu spät ist.

Erschreckend finde ich, wie viele Kinder unserer Zeit zunehmend an Bewegungsmangel und an Übergewicht leiden. Zum Einen mag das an mangelnden Bewegungsmöglichkeiten liegen. Der Rasen vor den Wohnanlagen ist eher zur Zierde oder für Hunde aber nicht für Kinder. Das Toben auf der Straße ist zu gefährlich. Die Möglichkeiten über Feld und Wiesen zu rennen sind oft nur noch in ländlichen Gebieten möglich. Kinder gehen nicht mehr zur Schule, sie werden gefahren, ....

Alles was an Bewegung erfahren wird, steht auch nach langer Zeit noch zur Verfügung. Wer z. B. nach langer Zeit wieder aufs Fahrrad steigt, wird sich im ersten Moment sehr unsicher fühlen. Doch schon nach kurzer Zeit der Übung geht alles so gut wie früher. Die Bewegung ist tief in uns verankert. Sie muss nur wieder abgerufen werden.

Bestimmt haben Sie auch schon von Zusammenhängen wie rückwärts gehen und rechnen oder Fußempfinden und sprechen gehört. Es gibt ungemein viele interessante Studien über Bewegungsmangel und die daraus resultierende intellektuellen Einschränkungen. Was nicht heißen soll, das es nicht mehr erlernbar ist. Es wird in jedem Fall schwieriger, bedarf evtl. spezieller Hilfe und im Alter fehlt vielleicht dann der Mut oder die Angst, z. B. vor Stürzen, ist zu groß.

Apropos Stürze. Ältere Leute, die über eine gute Koordination verfügen, z. B. durch Tanz, Gymnastik, u. a. stürzen deutlich seltener. Sie können sich besser ausbalancieren und ziehen sich seltener Brücke zu.

Zum Anderen werden die gemeinsamen Mahlzeiten Rarität. Durch die Erfindung der Mikrowelle kann sich jeder sein Fertiggericht in Minuten jederzeit selbst warm machen. Dies empfinde ich als sehr bedauerlich. Wie genussvoll ist es in angenehmer Runde bei Tisch zu sitzen, lecker zu speisen und sich auszutauschen. Darüber hinaus geht die Kultur der Essenzubereitung und die sinnvoll zusammengestellte Ernährung den Bach hinunter. Hier ist wieder jeder selbst gefordert.

Es ist weder schwer noch teuer alle Sinne, seinen Körper und seinen Geist auf Trapp zu halten.

Was ich auch immer wieder höre ist: „Ein alter Mensch kann nichts Neues mehr erlernen!“ Völlig falsch. Es kann sein, dass es etwas länger dauert, mehr Wiederholungen benötigt, doch es geht. Ebenfalls sind körperliche Kräfte und Ausdauer auch im hohen Alter noch zu trainieren.

Jede Art von Bewegung hält fit, ganz egal was es ist. Spazieren gehen, Gartenarbeit, walken, Rad fahren, schwimmen, Tischtennis spielen, Gymnastik, Tanzen, Kegeln, auf Kinder aufpassen ( „Kinder halten jung!“), usw. Wenn Sie dann noch Karten und oder andere Gesellschaftsspielen spielen, Rätsel lösen, beim Kaffeeklatsch über die deutsche Innenpolitik diskutieren, ein Musikinstrument spielen, einen Kochkurs besuchen, ..., dann haben Sie die richtige Mischung.

All diese Vorschläge bringen Sie mit anderen Menschen zusammen. So soll es auch sein. Suchen Sie sich Gesellschaft. Teilen Sie Spaß und Hobbys mit Anderen, dann ist es noch einmal so schön.

Und haben Sie keine Scheu irgendwohin als „Die Neue oder Der Neue“ aufzutauchen. Aus Erfahrung wissen Sie doch, das schlimmste an einem „ungewissen Vorhaben“ ist immer nur die Vorstellung. Sind Sie erst einmal da, werden Sie sich fragen, warum Sie diesen Schritt nicht schon längst gewagt haben.



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