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Was ist GPA?

Gesundheitspädagogik hat zum Ziel, individuelle Verhaltensspielräume, die dem Erhalt und der Stärkung der Gesundheit dienen, zu entwickeln und zu erweitern.

Gesundheitspädagogik versteht sich als ganzheitlicher Ansatz, der sämtliche im Dimensionenmodell vorhandenen Möglichkeiten eines Menschen, also seine potentiellen Seinsweisen und Wesenszüge, fördern und weiter entwickeln möchte.

Ziel ist ein in allen Dimensionen gesunder Organismus, der in der Lage ist, sich selbst mit Energie zu versorgen, der fähig ist, sich zu erhalten, in dem er sich regelmäßig beansprucht und betätigt und dem es gelingt, sich den periodischen Veränderungen der Umwelt und seinen eigenen rhythmischen Prozessen anzupassen.




Aufgaben einer Gesundheitspädagogin

Die Aufgabe der Gesundheitspädagogin besteht darin, ein Ungleichgewicht des Organismus und die daraus möglicherweise resultierende Konsequenzen frühzeitig wahr zu nehmen, fachlich fundierte und differenzierte Maßnahmen, die auf den Einzelnen zugeschnitten sind, zu entwerfen. Durch die Ausführung dieser Maßnahmen werden Lernprozesse angeregt, die allmählich eine Eigendynamik entwickeln und den Klienten von der Pädagogin unabhängig machen.

Ein solcher Prozess benötigt Zeit. Situationen entstehen über Zeiträume. Veränderungen geschehen nicht von heute auf morgen. Wichtig ist, dass die Veränderungen im Tempo des Klinenten passieren. Rituale können sehr wirkungsvoll die Lernprozesse dauerhaft unterstützen.

Die Kenntnis humanbiologischer und psychologischer Zusammenhänge in Kombination mit angewandter Pädagogik ermögicht ein sinnvolles und wirksames gesundheitspädagogisches Handeln, welches sich vom therapeutischen Ansatz grundlegend unterscheidet. Es baut auf bereits Vorhandenem auf, entwickelt und fördert in positivem Sinn, mit dem Ziel der Lebensfreude und Selbstverwirklichung.

Die Gesundheitspädagogin ist die Begleiterin für einen gewünschten Zeitraum innerhalb eines Entwicklungsprozesses.


Ziel der Gesundheitspädagogik ist es

im Sinne der Gesundheitsförderung dem Einzelnen zu helfen, seinen Wunsch nach Wohlergehen zu verwirklichen und ihn zu motivieren, aktiv und verantwortungsvoll mit seiner Gesundheit umzugehen.




Es gibt keine Krankheit!?

Diese Überschrift mag Ihnen ketzerisch erscheinen. Es lohnt sich aber über diese Aussage nachzudenken. Es ist ein ganz anderer Denkansatz und hebt sich deutlichst von unserem "Gesundheitssystem", was eher ein "Krankhkeitssystem" ist, ab.

Die Gesundheitspädagogik "kennt" das Wort Krankheit nicht. Sie geht davon aus, dass alles, was mit dem Menschen passiert einem Fließgleichgewicht unterliegt. Sie geht weiterhin davon aus, dass, egal in welch schwerer Situation ein Mensch sich gerade befindet, es immer noch etwas Positives in seinem Leben gibt. Dieses noch so kleine Zipfelchen gilt es zu finden und zu stärken. Damit werden andere Dimensionen (s. Skript "Lachen ist Gesund") positiv beeinflußt, was zu einem positiverem Lebensgefühl verhilft.




Jeder Mensch ist sein eigener Experte

Diese Denkweise verzichtet auf den Glauben, dass es eine einzige Wahrheit über gesundheitsgerechtes Handeln gibt. Gesundheitspädagogik geht viel mehr davon aus, dass es eine Vielfalt von Wahrnehmungen und Verhaltensmöglichkeiten gibt, in der Menschen nach ihren individuellen Möglichkeiten gesund leben können.

Dies bedeutet eine Entmachtung aller "Gesundheitsexperten"! Niemand ist nach diesem Denkmodell autorisiert einen Menschen zu einem Risikopatienten zu machen.

Ein ganz wichtiger Aspekt zu diesem Punkt ist "Wissen". Um für mich zu entscheiden benötige ich Wissen und Informationen. Wenn ich für mich entscheiden kann, bin ich viel eher bereit und motiviert etwas für mich zu tun. Also: "Wissen ist Macht!"


Definition von Gesundheit laut WHO

"Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens."

GPA-Definition:

Dieser Definition unterstreicht das Anrecht auf subjektives Wohlbefinden des Einzelnen. Der Gesundheit wird ein eigener Wert zugeschrieben. Der Wert der Gesundheit ist unmittelbar von positiven Körperempfindungen und kognitiv-emotionalen Selbsteinschätzung geleitet.

Der Gesundheitsbrockhaus; Kursbuch Mensch schreibt:

Warum Krankheit den einen befällt, den anderen aber nicht, kann oft nicht festgestellt werden. Selbst bei gleichen Bedingungen erweist sich der eine Organismus als anpassungsfähiger als der andere. Genetische Variabilitäten und geringfügige Unterschiede, auf die Umwelt zu reagieren, entscheidet über Gesundheit und Krankheit.


Schon Sebastian Kneipp wusste:

"Wenn für die Erforschung, Erhaltung und Mehrung der Gesundheit nur ein Bruchteil des Aufwandes an Arbeitskraft, Zeit und Mittel aufgewendet worden wäre, der für Krankheit aufgewendet wurde und wird, wäre es um die Gesundheit unserer Bevölkerung weit besser bestellt."



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